Ulrich Matthes liest Anton Tschechow
Musik: Remus Azoitei und Eduard Stan

Die Dame mit dem Hündchen

31. Juni 2007, 20.15 Uhr

Sie ist auf Urlaub in Jalta auf der Krim, er auch. Anna Sergejewna ist verheiratet mit einem langweiligen Angestellten in der Provinz. Dmitrij Dmitritsch Gurow, knapp 40, hat in Moskau eine strenge, harsche Ehefrau, die er fürchtet. Anna Sergejewna ist jung und unerfahren; Gurow hatte zahlreiche Affären. So spaziert nun die junge Frau mit Barett und Spitz durch den Stadtgarten und fällt ihm auf. Man spricht, man verabredet und besucht sich. Ihre Naivität langweilt ihn ein wenig, doch zurück in Moskau denkt er nur noch an die Romanze in Jalta. Sie sehen sich wieder, und am Ende steht die Überlegung, wie sie ohne Lügen ein Paar sein könnten, ein „neues, herrliches Leben“ beginnen. Lakonisch, fast kühl führt Anton Tschechow durch die kurze Novelle, die er 1899 schrieb. Scharfe Beobachtung, subtile Darstellung von Stimmung und Charakteren kennzeichnen seinen Stil
und machen ihn zu einem Meister der Erzählung.
Ulrich Matthes widmet seine Lesung ganz Anton
Tschechow, seinen Erzählungen und Satiren
voll Ironie und Melancholie.


Erzählend und ein wenig melancholisch sind auch die Stücke, die Remus Azoitei (l.,Violine) und Eduard Stan (Klavier) für den Abend ausgesucht haben. Im Mittelpunkt steht die Sonate A-Dur op. 100 von Johannes Brahms, außerdem erklingt Musik von George Enescu und Pjotr Iljitsch Tschaikowsky.