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10.07.2007, 20.15 Uhr
Mutige Frauen und ihre Abenteuer sind Ausgangs- und Mittelpunkt für Maren Stracks dokumentarische Performance- Trilogie, deren erste Teile „Six feet deeper“ und „Figure 8 Race“ im vergangenen Jahr im kunst:raum sylt quelle zu sehen waren. Besondere Bewegungs- und Kommunikationsformen, die zu diesen Abenteuern gehören – wie die Flaggensignale beim Autorennen – sind Grundlage für ihren Tanz, ergänzt durch Klang- und Videoelemente des Post Theater. „Beau Fort 10“, das dritte Stück, dreht sich um Fliegerinnen, Amelia Earhart (geb. 1897, verschollen 1937) und Elly Beinhorn (geb. 1907). Der Titel bezieht sich auf Windstärke 10 nach der Beaufort-Skala, das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern und dem Tempo, mit dem die ersten Flugzeuge den Boden verließen, bei dem Bäume entwurzelt werden und bei dem natürlich Drachenschnüre reißen. Drachen, so genannte Indoor Kites, die man ohne Wind in Hallen fliegen lassen kann, sind eine Abheben Art der Bewegung, in die die Tänzerin den Traum vom Fliegen übersetzt. Und wie die Flaggen im Auto-Stück auch ein Kommunikationsmittel: In manchen Ländern Asiens wurden mit ihrer Hilfe militärische Befehle übermittelt. Die Luftbewegung, auch unterhalb von Windstärke 10, kann Fliegen ermöglichen wie beim Drachen, aber auch gefährlich oder unmöglich machen. Eine weitere der vielen Ebenen in Maren Stracks Stück ist die der Familiengeschichte: Auf dem Bauernhof ihrer Großmutter entdeckte sie ein Briefmarkenalbum des Urgroßvaters mit einer Serie aus Porträts von Pilotinnen und einer liebevollen Widmung von Elly Beinhorn. Zahlreiche biographisch erzählende, technische, historische Schichten verschränken sich – und lösen sich auf in der Schönheit der bewegten Bilder des Tanzes vom Abheben und von der Schwerelosigkeit.
